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Ludwig Casimir von Hohenlohe-Neuenstein (1517-1568)

Begründer der Residenzstadt Neuenstein

Ludwig Casimir, 1517 in Öhringen geboren, ist Ahnherr der hohenlohischen Hauptlinie Hohenlohe-Neuenstein. Das Haus Hohenlohe spaltete sich oft. Die wichtigste Teilung ist die von 1553/55 in Hohenlohe-Neuenstein und Hohenlohe-Waldenburg. Ludwig Casimir erhielt damals durch Los den Neuensteiner Teil. Auch seine Linie teilte sich später. Die jetzigen Fürsten zu Hohenlohe-Öhringen und zu Hohenlohe-Langenburg sind Mitglieder der von Ludwig Casimir begründeten Linie.

Die Teilung der Grafschaft Hohenlohe in zwei Teile hatte zur Folge, dass Ludwig Casimir sich eine Residenz verschaffen mußte. Die mittelalterliche Wasserburg Neuenstein hatte bereits Vorgängern als Grafensitz gedient. Aber eine repräsentative Residenz nach den damals modernen Vorstellungen war sie nicht. Ludwig Casimir baute die Burg zu einem Schloß aus, das im Renaissance-Stil gestaltet wurde und auch äußerlich ein anspruchsvoll repräsentativer Wohnsitz wurde. Das große Wappen über dem Tor des Schlosses erinnert heute noch an ihn als dem Erbauer des Schlosses. Ludwig Casimir mußte weiterhin die für eine Regierung nötigen Einrichtungen schaffen. Eine Kanzlei als Regierungsbehörde wurde errichtet und dafür ein Gebäude in Schloßnähe gebaut. Es wurde außerdem ein Gebäude für die Aufbewahrung der Abgaben an den Herrscher benötigt und gebaut. Das war die alte Zehntscheuer, die dort stand, wo sich heute das evangelische Gemeindehaus befindet. Aufmerksame Betrachter finden noch das alte Wappen Ludwig Casimirs eingemauert. Ein Zeichen, dass er die Zehntscheuer erbaut hat und dass es die Zehntscheuer seiner Herrschaft war.

Die Errichtung einer modernen Residenz durch Ludwig Casimir führte zu zahlreichen Baumaßnahmen in Neuenstein, die - vor allem im Bereich des Schlosses - den Charakter der Stadt veränderten. Bisher war Neuenstein nur Amtssitz, nun wurde es zusätzlich Sitz des Herrschers. Als Residenzstadt erhielt Neuenstein ein neues Gepräge und einen höheren Rang unter den übrigen hohenlohischen Städten.

Ganze 17 Jahre herrschte Ludwig Casimir. Seine Herrschaft begann nach dem Tod des Vaters 1551. Den Neuensteiner Teil der Herrschaft erhielt er wie gesagt durch die Teilung 1553/55. Nun herrschte er von seiner Neuensteiner Residenz aus. 1568 starb er in Neuenstein.

Als Landesherr kümmerte er sich sehr um die Religion seiner Untertanen. In vielen Ordnungen dekretierte er eine möglichst christliche und sittliche Lebensweise seiner Untertanen. Zuwiderhandeln stellte er unter hohe Strafe. Ludwig Casimir führte in seiner Herrschaft die Reformation, also das Bekenntnis Luthers, ein. Er sorgte dafür, dass in Neuenstein die Pfarrer im reformatorischen Geiste ausgewählt wurden und auch in diesem Geiste wirkten. Im Gegensatz zum Stadtgründer Kraft III. hat Ludwig Casimir in Neuenstein "residiert".

Das heißt, er hat als Graf luxuriös und repräsentativ in Neuenstein gewohnt und von hier aus regiert. Durch sein Beispiel und seine baulichen Maßnahmen hat er dafür gesorgt, dass seine Nachfolger dies in den folgenden 150 Jahren ebenfalls taten. Seit Ludwig Casimir war Neuenstein Residenz der Neuensteiner Linie der Hohenlohe. Erst mit dem Tod des Grafen Wolfgang Julius von Hohenlohe-Neuenstein-Neuenstein 1698 endete die Residenzstadtzeit Neuensteins.

Ludwig Casimirs Verdienste für die Stadt sind am besten mit der Charakterisierung "Begründer der Residenzstadt Neuenstein" zusammengefasst.

Dr. Peter Schiffer